Freitag, 4. November 2016

Über 100 Jahre alter Park in Lankwitz soll gerodet werden

Seit über einhundert Jahren existiert der Park hinter dem Vivantes Pflegeheim in der Leonorenstraße in Lankwitz. Der Senat plant dort modulare Flüchtlingsbauten zu errichten und die Bäume der Grünanlage zu fällen. Dagegen wehren sich Anwohner, allerdings nicht weil sie etwas gegen die Unterbringung der Flüchtlinge haben. Unterstützt wird die Initiative von  Dieter Hallervorden. Dessen Film „Sein letzte Rennen“ wurde in dem Park gedreht.

Mit einer Petition wollen sie die Rodung verhindern: https://www.openpetition.de/petition/online/haende-weg-vom-park-des-haus-leonore

Kommentare:

  1. Gabilotte Lanzrath5. November 2016 um 10:17

    • Keine 300 m Luftlinie hinter dem Park , auf exakt dieser Vivantes-Liegenschaft, finden sich
    • 9000 m² besterschlossenes Bauland. Alle Versorgungsleitungen (Zu- und Abwasser, Strom und vgb.) sind bereits im Boden, ein erstklassiger Strassenanschluß zur Leonorenstrasse ist auch gegeben und für Extremfälle stehen sogar Notstromaggregate im vorhandenen Umspannhaus
    • bereit.

    • Selbst wenn Sie, sehr geehrter Herr Senator Geisel, die Ansicht vertreten, dass es billiger ist, diesen Park niederzumachen, als seit 20 Jahren leerstehende Gebäude abzutragen, glauben wir Ihnen nicht, dass hier grünordnerische und Naturschutzkriterien auch nur ansatzweise bedacht worden sind.
    • Wir glauben Ihnen auch nicht, dass Sie, wie behauptet wird, das Wohl der Flüchtlinge im Auge hätten, denn dann hätten Sie schon vor Monaten die schrecklichen Massenunterkünfte geräumt und Hunderte von Menschen in den 3 leerstehenden riesigen Vivantes-Häusern unterbringen können.
    • Wir glauben inzwischen, dass es in Ihrem Interesse liegt, die Vivantes-Liegenschaft Leonorenstrasse mit ihren 220 alten Bewohnern, möglichst unauffällig auszuplündern und das Gelände dann gewinnbringend an Privatinvestoren zu verkaufen.
    • Wir glauben, dass der geplante Bau von Flüchlingsunterkünften aus Betonfertigteilen mitten im Park – und nicht dort wo der gesunde Fachplanerverstand sie bauen würde – gar nichts mit der tatsächlichen Flüchtlingsmsituationzu tun hat, sondern dass hier unter Mantel „Flüchtllingsunterkünfte bauen“ ein weiteres Berliner Tafelsilber gewinnbringend verscherbelt werden soll.

    • JA zu Flüchtlingsunterkünften aber HÄNDE WEG VOM PARK LEONORE!

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  2. Monika Wittenbrink6. November 2016 um 10:04

    Wer sich mit der Geschichte des Leonoren Parks auseinandersetzt, und mit der deutschen Geschichte, der kann das Erbe von James Fraenkl nicht zerstören. Es ist nicht irgend eine Grünfläche, oder wie von Seiten des Senat behauptet wird nur ein kleines Stück Wald.
    James Fraenkl eröffnete mit seinem Kollegen Albert Oliven am 1. April 1890 die private Heil- und Pflegeanstalt Berolinum für Gemüts- und Nervenkranke. Sein Bruder Max Fraenkel errichtete beidseits der Lankwitzer Leonorenstraße eine Frauen- und Männerabteilung. 1907 kamen noch ein weitläufiger Park und ein Kurhaus für Rekonvaleszenten hinzu (dieser Park ist der letzte, kleine Rest). Damit war das Berolinum die größte private Heilanstalt in Berlin und sie bot 450 Männern und 50 Frauen Platz. James Fraenkel zahlte zu dieser Zeit die höchsten Steuern in Lankwitz. 1910 wurde er zum Gemeindevertreter gewählt, 1911 stiftete er das Ratssilber und 1912 den Vier-Winde-Brunnen von Ludwig Isenbeck am Rathaus Lankwitz. Nach Beginn des Ersten Weltkrieges wurde ein großer Teil des Sanatoriums in ein Lazarett umgewandelt. Nach dem Krieg zog sich Fraenkel aus der Arbeit im Sanatorium zurück. Das Kurhaus und die Krankengebäude verkaufte er 1921 an den Verband der Krankenkassen von Groß-Berlin.James Fraenkel erkrankte 1934 und verstarb im Juni 1935. Sein Grab befindet sich auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee.
    Seiner Frau Paula gelang kurz vor Kriegsbeginn die Flucht nach Palästina. Auch Fraenkels Kinder gingen ins Ausland.
    1943 wurde das Lankwitzer Sanatorium bei einem Bombenangriff stark beschädigt. 1946 wurde es als Krankenhaus Lankwitz wiedereröffnet. Ab 1978 wurde es eine Abteilung für chronisch Kranke und ab 1996 als Pflegeheim Haus Leonore.

    Es ist pietätlos nun auch noch den letzten Rest dieses wunderbaren Parks abholzen zu wollen, ihn plötzlich als ein kleines Waldstück zu bezeichnen um ihn möglichst widerstandslos zu verschachern.

    Mit dem Erhalt und der weiteren Nutzung des Parks durch die Heimbewohner, die unser Land nach dem Krieg wieder mit aufgebaut haben, wäre das Andenken an seinen Begründer bewahrt. Auch die uns willkommenen, traumatisierten Kriegsflüchtlingen können in diesem Park für ihre seelischen Wunden Heilung finden.
    James Fraenkel (1859–1935): Nervenarzt, Klinikgründer und Kommunalpolitiker, hier kann sich der Kreis seiner Vision wieder schließen.

    Deshalb "Hände weg vom Park" Herr Senator Geisel, schämen Sie sich.


    https://de.wikipedia.org/wiki/James_Fraenkel

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